Liebe Gemeindeglieder unserer Kirchengemeinde Kuchen!

Am Samstagabend (14.3.) haben wir im Kirchengemeinderat in einer Dringlichkeits-Sitzung über die aktuelle Situation in Sachen Corona-Virus und die Verantwortung unserer Kirchengemeinde beraten.

Wir haben beschlossen, dass wir uns ab sofort den allgemeinen Empfehlungen der Landeskirche (https://www.elk-wue.de/corona )anschließen und ALLE Veranstaltungen und Gruppentreffen der Kirchengemeinde bis zum Ende der Osterferien (einschließlich Sonntag 19. April 2020) aussetzen.

Der Konfirmandenunterricht wird ebenfalls bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt; wir
versuchen, über soziale Medien Kontakt zu halten und die wichtigsten Dinge in Sachen
Konfirmationen zu regeln.

Der Kindergarten wird ab Dienstag, 17. März für den gleichen Zeitraum wie die Schulen schließen
müssen. Dies wird in enger Abstimmung mit dem Rathaus erfolgen.

Auch die Gottesdienste werden bis auf weiteres nicht stattfinden. Wie lange hängt von den
Entscheidungen des Oberkirchenrats ab. Hier gilt es abzuwarten.

Auch die Geburtstagsbesuche bei Gemeindegliedern, die gewöhnlich von den Pfarrern und vom
Besuchsdienst gemacht werden, werden zunächst bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Wir
treten aber telefonisch oder schriftlich mit den Jubilaren in Verbindung und gratulieren auf diesem Wege.
In ganz dringenden seelsorgerlichen Anliegen und auf Wunsch werden Johannes Huger und ich
Besuche machen.

Die genannten Vorsichtsmaßnahmen sind Ausdruck der Fürsorge für unsere Gemeindeglieder. Zugleich bedeuten sie einen schweren Eingriff in unser Gemeindeleben und unsere Gemeinschaft.

Mir ist an dieser Stelle ein Bibelwort in den vergangenen beiden Tagen besonders wichtig
geworden:

Denn Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht,
sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

(2.Tim 1,7)

1. Der Geist der Kraft: Kraftvoll wollen wir gemeinsam versuchen, Ideen zu entwickeln und
umzusetzen, um dennoch weiterhin in Kontakt zu bleiben und uns als Gemeinde zu stärken und
ermutigen.
Beten wir füreinander und vielleicht ja auch in digitaler Form miteinander!

2. Der Geist der Liebe: Lassen wir uns von der Liebe Gottes leiten und „lieben wir unseren
Nächsten wie uns selbst“. Dort wo wir helfen und unterstützen können: Helft einander!
Ich habe die Tage in einem Bericht auf „Spiegel online“ folgendes gelesen: „Denn nie waren die
Brutalsten, die als einsame Sieger nach Katastrophen übrigblieben, sondern die Gemeinschaft,
deren Mitglieder sich halfen. […] Gerade wenn man Angst hat, hilft es, die anderen zu sehen, sich
zu helfen, anzulächeln, zu schauen, ob jemand Hilfe braucht oder Trost.“

3. Der Geist der Besonnenheit: Lassen wir uns nicht von Angst, Hysterie und Panik anstecken,
unser gesunder Menschenverstand ist ebenfalls ein Geschenk Gottes!

So gut es möglich ist, wollen Johannes Huger und ich für die Seelsorge erreichbar sein.

Bleiben Sie/Bleibt Ihr zuversichtlich! Gottes Segen.

Ihr/Euer Matthias D. Ebinger, Pfarrer

P.S. Eine kleine Geschichte der Zuversicht zum Schluss.

Die Parabel von den drei Fröschen
Drei Frösche fallen in einen Topf Sahne. "O je, wir sind verloren", stöhnt der erste Frosch pessimistisch und
ertrinkt.
Der Optimist hingegen glaubt: "Keine Sorge, irgendjemand wird uns schon retten". Er wartet und wartet
und ertrinkt ebenso.
Der zuversichtliche Frosch sagt sich: "Da bleibt mir nur zu strampeln". Er reckt den Kopf über die
Oberfläche und strampelt - bis die Sahne zu Butter wird und er aus dem Topf springen kann.

Nehmen wir uns den strampelnden Frosch zum Vorbild und werden nicht zum Vogelstrauß der
den Kopf in den Sand steckt…