Kichenumbau: alte Schriftstücke unter Altar gefunden

Kosten der Renovierung
Wer baut, muss immer mehr ausgeben, als er geplant hat. Beim Renovieren der Jakobuskirche gilt dies nicht! Wir dürfen uns schon als die guten Haushalter ansehen, die wir ja nach der Bibel sein sollen. Es waren 450.000 Euro an Ausgaben geplant. Zunächst wollten wir davon nur 425.000 Euro ausgeben, um etwas an Puffer zu haben. Und im Moment sieht es aus, dass es eine Punktlandung von den Kosten her wird. Die Rechnungen liegen jetzt alle vor und demnach stehen die Ausgaben bei momentan exakt 448.431,21 Euro.
Übertroffen hat sich aber ganz und gar das Spendenverhalten von Ihnen als Gemeindeglieder. Sage und schreibe 106.500 Euro wurden von Ihnen beigesteuert. Ganz herzlichen Dank dafür!
 
Einige Ausgaben haben wir noch vorgesehen, zum Beispiel werden noch einmal 30 Stühle angeschafft und für die Sakristei benötigen wir auch noch das eine oder andere an Mobiliar (z.B. einen Tisch), so dass hier noch einmal rund 5000 Euro an Kosten entstehen. Aber – die haben wir auch noch im Budget.
 
 
Fragen zur Renovierung
Nun feiern wir demnächst seit einem Vierteljahr wieder in unserer Jakobuskirche Gottesdienste. Noch immer sagen viele: unbedingt will ich mir die Kirche anschauen. Seien Sie herzlich eingeladen, auch zu unseren besonderen Veranstaltungen demnächst (siehe nachfolgende Veranstaltungs-inweise der Ökumene).
 
Aber es gibt auch viele Fragen. Altgewohntes wird vermisst. Und bleibt denn jetzt alles so, wie ist? Kann man nicht an dieser oder jener Stelle etwas ändern?
Die Fragen werden alle ernst genommen und werden immer wieder bei Baunachbesprechungen in die Runde geworfen. Fest steht: Es kommen neue Liedanzeigen, es werden auch neue Opferstöcke angebracht, bzw. gefertigt. Auch für die übrigen Gesangbücher gibt es ein fahrbares Regal. Und das größte Projekt, das noch ansteht und in die Wege geleitet ist, ist die Instandsetzung der Orgel. Und wo noch eine Tür scharrt, wird auch das in Ordnung gebracht. Die Heizungssteuerung haben wir jetzt im Großen und Ganzen im Griff.
 
Andererseits soll in einer neu gemachten Kirche ja nicht dauernd weiter gewerkelt und gebastelt und umgestellt werden. Wir haben ja nicht etwas neu gemacht, um nachher doch wieder das Alte einzurichten. Darum wollen wir uns auch eine Weile bei anderen Fragen Zeit lassen um zu erproben, wie es sich „damit lebt“. Vielleicht gefällt es mit der Zeit allen so. Wenn nicht, haben wir es bis dahin nicht aus den Augen verloren und bessern nach.
Haben Sie bis dahin ein wenig Geduld mit sich und mit dem Kirchengemeinderat. Sagen Sie uns ruhig weiter Ihre Meinung – und sagen Sie uns auch, wenn Sie sie geändert haben. Ich glaube, so werden wir alle zusammen noch glücklicher mit unserer Jakobuskirche, als wir es jetzt schon sind.
Ihr Pfarrer Frank Bendler
 
 
Schriftstücke unter dem Altar gefunden
 
Beim Ausbau des Altars wurde eine verlötete Kupferröhre gefunden, in der Fotografien der Jakobuskirche aus den 50er Jahren und ein Schreiben von Pfarrer Fabinyi enthalten waren. Im Folgenden geben wir den Wortlaut dieses Dokumentes wieder.
 
„Dieser Altar wurde im Jahre 1957 errichtet. Zugleich wurde das Innere der Kirche erneuert. Die Wände wurden neu verputzt. Die Bänke und Emporenbrüstung neu gestrichen. Die Kirche bekam neue Farbfenster. Eine neue Orgel wurde eingebaut. Der Altar bekam einen großen Kruzifixus.
Die Einweihung soll am 20. Oktober 1957 stattfinden.
Der Altar wurde von Steinhauermeister Hermann Holz in Mühlbach – Baden angefertigt und von G. u. Chr. Rapp aus Überkingen aufgestellt.
Den Kruzifixus machte Bildhauer Ullrich Henn aus Kemnat.
Die Orgel wurde von Friedrich Weigle in Echterdingen gebaut.
Die Farbfenster sind von H. Saile in Stuttgart.
Die Gipserarbeit machten die Gebrüder Pfeifer aus Kuchen.
Die Schreinerarbeit besorgte Georg Beisser.
Die Maler waren: Otto Helferich, Hans Albrecht und Nikolaus Rausch.
Als Elektriker arbeiteten: Erich Erb, Heinrich Goll und Emil Eberhardt.
Zimmermann war Jakob Buchsteiner.
Die Bauleitung hatte Architekt Klaus Ehrlich aus Stuttgart.
Das gesamte Bauvorhaben kostete etwa 45.000 DM, die Orgel allein 27.000 Dm. Die Gemeinde spendete dazu 25.000 DM.
Pfarrer war Nikolaus Fabinyi, der im Jahre 1946 aus seiner Heimat in der Slowakei (Zips, Hohe Tatra) vertrieben wurde und in Württemberg eine neue Heimat fand.
Zum Kirchengemeinderat gehörten: Johannes Buchsteiner, Friedrich Dürrschnabel, Gottfried Goll, Hans Jakober, Karl Pressmar, Georg Schönemann, Hans Schurr und Georg Vetter.
Organistin war: Friederike Lohrmann, Mesnerin war: Lina Willer.
Die Gemeinde hatte 2.400 Seelen.
Die Zeit, in der wir leben, kann so geschildert werden: Nach dem furchtbaren 2. Weltkrieg (1939 – 45) war Deutschland verwüstet, Hunger, Elend, Vertreibung war das Los für viele. Dann kam der Wiederaufbau. Das zerschlagene Land erholte sich, ja, es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, wie es noch nie war. Man kann gut leben und sich vieles leisten. Aber ein Schatten liegt trotzdem über dem Land: Wann wird die Sowjetunion das Land besetzen? Wird es zu einem Krieg mit Atombomben kommen? Wird, was mühsam aufgebaut wurde, wieder zerstört? Es ist nur gut, dass wir glauben dürfen: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl! Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht, sein ist die ganze Welt!
Du aber, Herr Christus, bleibe mit deiner Gemeinde! Segne alle, welche vor diesen Altar treten, bei der Konfirmation, beim Heiligen Abendmahl und bei der Trauung. Ja, segne auch die Knechte, die hier vor dir stehen! Lass deine ganze Gemeinde einst vor deinem Throne versammelt werden, wo sie dich mit allen Engeln und Auserwählten mit neuen Zungen loben werden!“
 

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