Gottesdienst an Heilig Abend 24. 12. 2010 Christmette um 22.00 Uhr
in der Jakobuskirche Kuchen „One of us – einer von uns“
Vorspiel
Lesung: Aus dem Himmel ohne Grenzen (Huub Osterhuis)
Karla Suppan
Begrüßung und Einleitung Frank Bendler
(auf den Plätzen liegen Bilder von Menschen aus)
Text – Übersetzung „One of us“ Sabine Angnes
((Musikuntermalung) Jürgen Starzmann
Lied „One of us“ – gesungen Jürgen Starzmann
Hinleitung zum Psalm Frank Bendler
Philipper-Hymnus (Nr. 764)
Lied NL: 34, 1 – 4 Eines Tages kam einer...
Gedanken zum Liedtext I Simon Klose
Lied: NL 93, 1 – 3 Wo Menschen sich vergessen...
Gedanken zum Liedtext II Sabine Angnes
Lied NL 30, 1 – 3 Durch das Dunkel hindurch...
Gedanken zum Liedtext III Frank Bendler
Lied „One of us“ – nochmals gesungen
Fürbittengebet Frank Bendler
Vaterunser
Lied 34, 5 + 7 Eines Tages kam einer...
Ansagen Karla Suppan
Segen
Begrüßung
Ein Kind kam zur Welt. Ein neuer Mensch auf Erden. Wo kam er her? Uns geradewegs vom Himmel vor die Füße gefallen? Oder war es ein Allerweltskind wie es zu hunderten geboren wird in der gleichen Zeit. Alle drei Sekunden kommt ein Kind zur Welt. Ist es das?
Ein Wunder schauen wir uns an, wie jedes Menschenkind ein Wunder ist. Und doch meinen wir es in jenem Jesus besonders zu sehen. Warum eigentlich?
Er ist doch nichts als unser Bruder. Er ist doch nichts anderes als Fleisch und Blut. Er hat Augen wie wir, Hände wie wir, eine Gestalt wie wir. Er ist einer von uns. Doch wir glauben es nicht.
Zu früh wurde er in seinem Heiligenschein eingekreist, aus dem er nicht mehr herauskam. Zu sehr wurde er in die Höhe gehoben, als dass er genügend Bodenhaftung behielt. Zu schnell wurde ihm das Etikett Gott angeheftet, als dass noch seine menschliche Haut hätte hervorschimmern können.
Er ist einer von uns. Einer wie ein ... (Landarbeiter; Nachtschwester...)
Denn wenn er ein Mensch ist, dann richtig. Was hätten wir von dem gekommenen Jesus, wenn er von Kopf bis Fuß nur eine menschliche Hülle trüge und inwendig kein Mensch sein sollte. Was hätten wir von einem Christus, der unser Antlitz nur als Maske trüge. Nichts hätten wir von ihm. Er wäre der Fernste unter allen Menschen.
Doch er ist der erste unter ihnen geworden. Damit sich jeder in ihm wieder erkennt (weitere Bilder nennen).
Wie ist das tatsächlich, wirklich, wäre er einer von uns?
( Text „One of us“ – mit Musik untermalt – gelesen)
Titel „One of us“ gesungen
Überleitung zum Psalm:
Einer von uns – die Menschen der Bibel hatten sich ihren Reim darauf gemacht. Und Paulus zitiert ihr Lied, ihren Hymnus im Philipperbrief. Wir wollen im Wechsel diese Worte sprechen – Gesangbuch Nr. 764
Philipper - Hymnus – als Psalm, EG 764
Im Wechsel mit der Gemeinde gesprochen
Lied NL 34, 1 – 4 Eines Tages kam einer
Gedanken zum Liedtext I
Was würde ich ihn fragen, den Gott, der mir einzig als Mensch gegenübertritt? Obwohl das schon unvorstellbar ist: mit einem Menschen zu reden, der ganz normal ist und in dem doch mehr stecken soll. Ein göttlicher Funke. Oder ein Herz, das alles kennt.
Was wäre das für eine tolle Gelegenheit, Gott so menschlich etwas fragen zu können. Und er würde mir etwas sagen, was ich so nie zu hören bekomme.
Und doch: so wäre das bestimmt nicht. Es bliebe ein Gespräch von Du zu Du. Es wäre eine Unterhaltung unter Freunden. Es gliche einer Begegnung auf Augenhöhe. Ja, das ist es, wenn ich einen wie mich treffen würde in ihm. Ein Austausch von gleich zu gleich. Und ein gegenseitiges Verstehen, ohne Unterton oder Zwischenton. Ein offenes Wort ohne Hemmungen. So würde ich ihm begegnen wollen.
Und fragen? Was fragen?
„Bist du gerne Mensch? Du hast es dir heraussuchen können.“ Das würde ich Gott fragen. „War das die richtige Wahl? Kannst du gut damit leben, Mensch zu sein?
Und was würde er antworten? So direkt und so offen und so freundschaftlich, wie ich es mir wünsche? Kann ich es mir denken?
„Ich bin so gerne Mensch, wie du.“
Mensch wie ich. Wenn Gott gerne Mensch wie ich ist, kann ich dann weniger gerne Mensch sein? Könnte ich Gott sagen, ein Mensch zu sein ist gar nichts so Schönes oder Aufregendes. So dass es das für Gott auch nicht zu sein braucht.
Immerhin: er wollte gerne Mensch sein. Darum will ich es auch gerne sein. Einer von uns ist er. Und ich kann einer wie er sein? Ein gewagter Gedanke! Aber der Mensch mir gegenüber lächelt mir zu und sagt: „Versuche es.“
Wie war er als Mensch? Als er einmal mit einem reichen jungen Mann redete, da „sah er ihn an und gewann ihn lieb“. (Mk 10, 21). Als er die Kinder segnete, da „herzte er sie und legte die Hände auf sie“ (Mk 10,16). Als er mit seinen Jüngern die letzte Nacht im Garten verbrachte, „fing er an zu zittern und zu zagen“ (Mk 14,33).
So war er als Mensch. Schwach und stark. Traurig und liebend. Muss ich ihn wirklich etwas fragen, Gott, der ganz Mensch ist?
Gedanken zum Liedtext II
Gott ins Angesicht sehen. Wenn das gehen würde. Das wäre doch wunderbar. Oder nicht? Wenn ich jemand ins Gesicht sehe, in seine Augen, auf seinen Mund, dann erkenne ich doch schon viel. Sieht er mich verschmitzt an? Verzieht er spöttisch den Mund? Hebt er anerkennend eine Braue? Man sagt, dass 80 Prozent unserer Kommunikation ohne Worte geschieht. Wahnsinn! Wenn einer oder eine rot wird oder blass wird, ist schon alles gesagt. Alles, was für meine unbewusste Reaktion wichtig ist: ob ich zurück lächele, den Kopf abwende, mir die Kinnlade herunter fällt... Alles geschieht in Sekundenschnelle.
Wenn ich Gottes Gesicht sehe, dann werde ich erkennen ohne große Gedanken. Dann werde ich etwas erspüren, ohne mich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Wenn ich Gottes Gesicht sehe, ist alles easy, kein Problem mehr.
Aber ich sehe ja Gottes Gesicht nicht. Niemand hat es je gesehen. Und so gibt es auch keinen Gesichtsausdruck, auf den ich mich einlassen kann. Und also ist es doch nicht alles einfach.
Nur auf eine Weise kann ich ihn sehen: Wenn ich glaube. An all das glaube, was mit Gott zusammenhängt. Worte, die uns überliefert sind. Erfahrungen mit ihm. Alles, was irgendwie auf Gott weist. Alle Gedanken über Himmel und Ewigkeit. Das, was passiert ist in seinem Namen zu aller Zeit. Die Musik, die ihn besingt. Die Kunst, die ihn malt. Der Tanz, der ihn darstellt. Die Gemeinschaft, die ihn abbildet. Alles das sind Mosaiksteine, die als Ganzes Gott ein Gesicht geben. Anders bekomme ich’s nicht zusammen.
Ich brauche den Glauben zum Sehen. Da zeigt sich mir sein Wesen. In meinem Innern. In dem, was mir von ihm aufgeht, was mich erleuchtet.
Und auf einmal kann ich doch sein Gesicht sehen. Ich sehe es in den Gesichtern, die mit mir glauben. Ich sehe es in dem Menschen neben mir. Ich sehe es in Männern und Frauen, sehe es in Kindern und Alten. Ich sehe sein Gesicht lachen und weinen. Ich sehe es mit Falten und Narben und dann wieder ganz rein und klar.
Die Gesichter der Menschen bilden das Gesicht Gottes. Und auch mein Gesicht findet sich in seinem wieder.
Gedanken zum Liedtext III
Einer von uns ist Gott. Wirklich? Einer, der unterwegs ist wie wir. Der auf der Suche ist wie wir. Der vielleicht umherirrt, wie wir. Das soll Gott sein? Gott als Mensch?
Er ist der Fremde im Bus, der nach nirgendwo fährt. Er ist der, der auf der Straße herumlungert und nicht weiß wo er die Nacht verbringen wird. Nein – das ist zu einfach, ihn nur dort zu suchen, bei den Armen, bei den Zerlumpten. Dann wäre er ja für die anderen nicht da, die anders leben.
Er ist auch der, der jeden Tag seinen Weg zur Arbeit geht. Er ist auch der, der in der Klasse in der vorletzten Reihe sitzt. Er ist auch die, die abends am Bettchen steht und das Kind in den Schlaf wiegt.
Ist Gott alles und jedermann? Was feiern wir dann für einen besonderen Geburtstag heute? Warum schauen wir dann auf einen speziellen Menschen? Es würde doch reichen, ein Gefühl der Barmherzigkeit für jeden und jede zu haben. Was ihr einem unter meinen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan, sagt uns dieser Mensch unter allen.
Aber er geht nicht einfach in der Menge auf. Er kann nur darum in jedem Menschen sein, weil er selber auch da war, weil er ein eigener Mensch war. Erst dann kann ich ihn in allen anderen wieder erkennen. Sonst würde ich einen Gott in jeden Menschen hineinsehen. Ich bliebe auf der Suche und bliebe bei einem „vielleicht“. Vielleicht ist er in diesem Menschen verborgen. Vielleicht strahlt er aus jenem hervor.
Aber Gott hat uns einen konkreten Menschen gesandt. Und neben ihn gestellt sehen wir die Gleichheit aller Menschen. An ihm gemessen wird jeder groß. Mit ihm verglichen wird jeder würdig. Mit ihm verbunden werden alle zu Gliedern. Auf ihn verwiesen werden alle zu Partnern.
Gott, der Mensch, Gott, der eine wie wir, zieht seine Bahn, reist seine Reise, zielt auf den Himmel. Wir aber kommen auf seine Spur. Und wir werden nicht mehr suchen und werden nicht mehr irren und werden nicht mehr warten. Mitten unter uns ist er. Und er bleibt nicht mehr unerkannt, sondern der Gott mit uns, der Imanuel, der, der uns nicht mehr allein lässt.
Amen
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns
in der Jakobuskirche Kuchen „One of us – einer von uns“
Vorspiel
Lesung: Aus dem Himmel ohne Grenzen (Huub Osterhuis)
Karla Suppan
Begrüßung und Einleitung Frank Bendler
(auf den Plätzen liegen Bilder von Menschen aus)
Text – Übersetzung „One of us“ Sabine Angnes
((Musikuntermalung) Jürgen Starzmann
Lied „One of us“ – gesungen Jürgen Starzmann
Hinleitung zum Psalm Frank Bendler
Philipper-Hymnus (Nr. 764)
Lied NL: 34, 1 – 4 Eines Tages kam einer...
Gedanken zum Liedtext I Simon Klose
Lied: NL 93, 1 – 3 Wo Menschen sich vergessen...
Gedanken zum Liedtext II Sabine Angnes
Lied NL 30, 1 – 3 Durch das Dunkel hindurch...
Gedanken zum Liedtext III Frank Bendler
Lied „One of us“ – nochmals gesungen
Fürbittengebet Frank Bendler
Vaterunser
Lied 34, 5 + 7 Eines Tages kam einer...
Ansagen Karla Suppan
Segen
Begrüßung
Ein Kind kam zur Welt. Ein neuer Mensch auf Erden. Wo kam er her? Uns geradewegs vom Himmel vor die Füße gefallen? Oder war es ein Allerweltskind wie es zu hunderten geboren wird in der gleichen Zeit. Alle drei Sekunden kommt ein Kind zur Welt. Ist es das?
Ein Wunder schauen wir uns an, wie jedes Menschenkind ein Wunder ist. Und doch meinen wir es in jenem Jesus besonders zu sehen. Warum eigentlich?
Er ist doch nichts als unser Bruder. Er ist doch nichts anderes als Fleisch und Blut. Er hat Augen wie wir, Hände wie wir, eine Gestalt wie wir. Er ist einer von uns. Doch wir glauben es nicht.
Zu früh wurde er in seinem Heiligenschein eingekreist, aus dem er nicht mehr herauskam. Zu sehr wurde er in die Höhe gehoben, als dass er genügend Bodenhaftung behielt. Zu schnell wurde ihm das Etikett Gott angeheftet, als dass noch seine menschliche Haut hätte hervorschimmern können.
Er ist einer von uns. Einer wie ein ... (Landarbeiter; Nachtschwester...)
Denn wenn er ein Mensch ist, dann richtig. Was hätten wir von dem gekommenen Jesus, wenn er von Kopf bis Fuß nur eine menschliche Hülle trüge und inwendig kein Mensch sein sollte. Was hätten wir von einem Christus, der unser Antlitz nur als Maske trüge. Nichts hätten wir von ihm. Er wäre der Fernste unter allen Menschen.
Doch er ist der erste unter ihnen geworden. Damit sich jeder in ihm wieder erkennt (weitere Bilder nennen).
Wie ist das tatsächlich, wirklich, wäre er einer von uns?
( Text „One of us“ – mit Musik untermalt – gelesen)
Titel „One of us“ gesungen
Überleitung zum Psalm:
Einer von uns – die Menschen der Bibel hatten sich ihren Reim darauf gemacht. Und Paulus zitiert ihr Lied, ihren Hymnus im Philipperbrief. Wir wollen im Wechsel diese Worte sprechen – Gesangbuch Nr. 764
Philipper - Hymnus – als Psalm, EG 764
Im Wechsel mit der Gemeinde gesprochen
Lied NL 34, 1 – 4 Eines Tages kam einer
Gedanken zum Liedtext I
Was würde ich ihn fragen, den Gott, der mir einzig als Mensch gegenübertritt? Obwohl das schon unvorstellbar ist: mit einem Menschen zu reden, der ganz normal ist und in dem doch mehr stecken soll. Ein göttlicher Funke. Oder ein Herz, das alles kennt.
Was wäre das für eine tolle Gelegenheit, Gott so menschlich etwas fragen zu können. Und er würde mir etwas sagen, was ich so nie zu hören bekomme.
Und doch: so wäre das bestimmt nicht. Es bliebe ein Gespräch von Du zu Du. Es wäre eine Unterhaltung unter Freunden. Es gliche einer Begegnung auf Augenhöhe. Ja, das ist es, wenn ich einen wie mich treffen würde in ihm. Ein Austausch von gleich zu gleich. Und ein gegenseitiges Verstehen, ohne Unterton oder Zwischenton. Ein offenes Wort ohne Hemmungen. So würde ich ihm begegnen wollen.
Und fragen? Was fragen?
„Bist du gerne Mensch? Du hast es dir heraussuchen können.“ Das würde ich Gott fragen. „War das die richtige Wahl? Kannst du gut damit leben, Mensch zu sein?
Und was würde er antworten? So direkt und so offen und so freundschaftlich, wie ich es mir wünsche? Kann ich es mir denken?
„Ich bin so gerne Mensch, wie du.“
Mensch wie ich. Wenn Gott gerne Mensch wie ich ist, kann ich dann weniger gerne Mensch sein? Könnte ich Gott sagen, ein Mensch zu sein ist gar nichts so Schönes oder Aufregendes. So dass es das für Gott auch nicht zu sein braucht.
Immerhin: er wollte gerne Mensch sein. Darum will ich es auch gerne sein. Einer von uns ist er. Und ich kann einer wie er sein? Ein gewagter Gedanke! Aber der Mensch mir gegenüber lächelt mir zu und sagt: „Versuche es.“
Wie war er als Mensch? Als er einmal mit einem reichen jungen Mann redete, da „sah er ihn an und gewann ihn lieb“. (Mk 10, 21). Als er die Kinder segnete, da „herzte er sie und legte die Hände auf sie“ (Mk 10,16). Als er mit seinen Jüngern die letzte Nacht im Garten verbrachte, „fing er an zu zittern und zu zagen“ (Mk 14,33).
So war er als Mensch. Schwach und stark. Traurig und liebend. Muss ich ihn wirklich etwas fragen, Gott, der ganz Mensch ist?
Gedanken zum Liedtext II
Gott ins Angesicht sehen. Wenn das gehen würde. Das wäre doch wunderbar. Oder nicht? Wenn ich jemand ins Gesicht sehe, in seine Augen, auf seinen Mund, dann erkenne ich doch schon viel. Sieht er mich verschmitzt an? Verzieht er spöttisch den Mund? Hebt er anerkennend eine Braue? Man sagt, dass 80 Prozent unserer Kommunikation ohne Worte geschieht. Wahnsinn! Wenn einer oder eine rot wird oder blass wird, ist schon alles gesagt. Alles, was für meine unbewusste Reaktion wichtig ist: ob ich zurück lächele, den Kopf abwende, mir die Kinnlade herunter fällt... Alles geschieht in Sekundenschnelle.
Wenn ich Gottes Gesicht sehe, dann werde ich erkennen ohne große Gedanken. Dann werde ich etwas erspüren, ohne mich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Wenn ich Gottes Gesicht sehe, ist alles easy, kein Problem mehr.
Aber ich sehe ja Gottes Gesicht nicht. Niemand hat es je gesehen. Und so gibt es auch keinen Gesichtsausdruck, auf den ich mich einlassen kann. Und also ist es doch nicht alles einfach.
Nur auf eine Weise kann ich ihn sehen: Wenn ich glaube. An all das glaube, was mit Gott zusammenhängt. Worte, die uns überliefert sind. Erfahrungen mit ihm. Alles, was irgendwie auf Gott weist. Alle Gedanken über Himmel und Ewigkeit. Das, was passiert ist in seinem Namen zu aller Zeit. Die Musik, die ihn besingt. Die Kunst, die ihn malt. Der Tanz, der ihn darstellt. Die Gemeinschaft, die ihn abbildet. Alles das sind Mosaiksteine, die als Ganzes Gott ein Gesicht geben. Anders bekomme ich’s nicht zusammen.
Ich brauche den Glauben zum Sehen. Da zeigt sich mir sein Wesen. In meinem Innern. In dem, was mir von ihm aufgeht, was mich erleuchtet.
Und auf einmal kann ich doch sein Gesicht sehen. Ich sehe es in den Gesichtern, die mit mir glauben. Ich sehe es in dem Menschen neben mir. Ich sehe es in Männern und Frauen, sehe es in Kindern und Alten. Ich sehe sein Gesicht lachen und weinen. Ich sehe es mit Falten und Narben und dann wieder ganz rein und klar.
Die Gesichter der Menschen bilden das Gesicht Gottes. Und auch mein Gesicht findet sich in seinem wieder.
Gedanken zum Liedtext III
Einer von uns ist Gott. Wirklich? Einer, der unterwegs ist wie wir. Der auf der Suche ist wie wir. Der vielleicht umherirrt, wie wir. Das soll Gott sein? Gott als Mensch?
Er ist der Fremde im Bus, der nach nirgendwo fährt. Er ist der, der auf der Straße herumlungert und nicht weiß wo er die Nacht verbringen wird. Nein – das ist zu einfach, ihn nur dort zu suchen, bei den Armen, bei den Zerlumpten. Dann wäre er ja für die anderen nicht da, die anders leben.
Er ist auch der, der jeden Tag seinen Weg zur Arbeit geht. Er ist auch der, der in der Klasse in der vorletzten Reihe sitzt. Er ist auch die, die abends am Bettchen steht und das Kind in den Schlaf wiegt.
Ist Gott alles und jedermann? Was feiern wir dann für einen besonderen Geburtstag heute? Warum schauen wir dann auf einen speziellen Menschen? Es würde doch reichen, ein Gefühl der Barmherzigkeit für jeden und jede zu haben. Was ihr einem unter meinen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan, sagt uns dieser Mensch unter allen.
Aber er geht nicht einfach in der Menge auf. Er kann nur darum in jedem Menschen sein, weil er selber auch da war, weil er ein eigener Mensch war. Erst dann kann ich ihn in allen anderen wieder erkennen. Sonst würde ich einen Gott in jeden Menschen hineinsehen. Ich bliebe auf der Suche und bliebe bei einem „vielleicht“. Vielleicht ist er in diesem Menschen verborgen. Vielleicht strahlt er aus jenem hervor.
Aber Gott hat uns einen konkreten Menschen gesandt. Und neben ihn gestellt sehen wir die Gleichheit aller Menschen. An ihm gemessen wird jeder groß. Mit ihm verglichen wird jeder würdig. Mit ihm verbunden werden alle zu Gliedern. Auf ihn verwiesen werden alle zu Partnern.
Gott, der Mensch, Gott, der eine wie wir, zieht seine Bahn, reist seine Reise, zielt auf den Himmel. Wir aber kommen auf seine Spur. Und wir werden nicht mehr suchen und werden nicht mehr irren und werden nicht mehr warten. Mitten unter uns ist er. Und er bleibt nicht mehr unerkannt, sondern der Gott mit uns, der Imanuel, der, der uns nicht mehr allein lässt.
Amen
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns
Gott – eine/r von uns


