Festlicher Gottesdienst mit Chor und Posaunenchor am 2. Advent 9. Dezember 2007
Bläservorspiel / Chor / Kinderchor: Oberstimmen
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, Str. 1 + 5
Begrüßung
Lied 7, 1-4+7 O Heiland reiß die Himmel auf... (Gemeinde)
Lied 21 Steht auf und erhebt eure Häupter... (2x)
Psalm 63 (Nr. 729)
Lied 21: Steht auf und erhebt eure Häupter... (1x)
Ehre sei dem Vater und dem Sohn (gesprochen)
Lied 21. Steht auf und erhebt eure Häupter... (1x)
Gebet
Chor: Wie soll ich dich empfangen...
Text EG Seite 989
Kinderchor: Wir sagen euch an die lieben Advent...
Schriftlesung Lk 21, 25 – 33
Lied 5, 1 – 3 + 5 + 6 Gottes Sohn ist kommen... (Gemeinde)
Kurz-Ansprache
Lied 56, 1-5 Weil Gott in tiefster Nacht erschienen
Chor: Strophen, Gemeinde: Refrain)
Fürbittegebet
Lied 16: Die Nacht ist vorgedrungen (Str. 1+3 Chor, Str. 2+4+5 Gemeinde)
Vaterunser
Lied 6, 1 – 5 Ihr lieben Christen freut euch nun (Gemeinde)
Ehrung Axel Schlecht
Abkündigungen
Segensstrophe: Lieber Gott, schick uns deine Engel... (Kirchenchor und Kinderchor)
Segen
Orgel/Posaunennachspiel
Predigt/ Kurzansprache am 2. Advent, 9. Dezember 2007 in der Jakobuskirche Kuchen
Liebe Gemeinde,
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren, heißt es in einem Sprichwort. Hoffen und Harren und Warten und Sehnen, bei diesem Tun wird die Zeit lang, das Leben gar schwermütig. Man ist scheinbar zum Nichtstun verdammt und man wird jeden Tag, an dem es Abend geworden ist, auf' s Neue enttäuscht, weil das Erhoffte immer noch nicht eingetreten ist. Und abermals fragt sich der Wartende und die Wartende: Wozu? Geduldig gewesen zu sein in nichthaltbaren Lebenssituationen erscheint vielen Menschen, im Nachhinein oft als Dummheit. "Er wird bestimmt wiederkommen," sagt sich die Verlassene voller Geduld. Und doch ziehen sich die Monate dahin und der Gesuchte bleibt verschollen, bis sie einsehen muss: Auch die größte Geduld nützt hier nichts mehr. Sie kann am eingetretenen Zustand nichts mehr ändern.
"Es muss doch einmal besser werden," sagt sich der Kranke. Die Beharrlichkeit lässt ihn den Schmerz aushalten. Doch nach und nach muss er erkennen, dass er mit der Krankheit leben muss. Wird der Geduldsfaden reißen, der ihm bisher Halt gab?
Doch es gibt sicher auch die belohnte Geduld: Ausdauernde Gespräche und neu geknüpftes Vertrauen, bis ein Streit wirklich geschlichtet worden ist. Nicht nachlassende Anstrengung bis der Abschluss an der Abendrealschule wirklich erreicht worden ist. Den kleinen Wohnraum ausgehalten zu haben, bis man endlich eine größere Wohnung gefunden hat. Gewartet zu haben, bis sich die politischen Verhältnisse ändern, und die trennende Mauer zwischen Ost und West wirklich gefallen ist.
Dann ist man froh, dass man Geduld hatte. Dann ist all das Schwere und all das Leid davor vergessen. Stolz schaut man auf das, was so geworden ist, wie es erwünscht war, dass man es nicht vorher aufgegeben hat, dass man durchgehalten hat.
Nur belohnte Geduld scheint gute Geduld zu sein. Und nur dort, wo das Ziel wirklich erreicht worden ist, zahlt sich letztendlich die Geduld aus. Davor bleibt es doch dabei: Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Der Narr ist aber plötzlich keiner mehr, wenn er recht hatte, dass er gewartet hat.
Der Jakobusbrief in der Bibel schildert die Gemeindesituation, in der noch keineswegs abzusehen war, wie je die Geschichte der kleinen Christenheit weitergehen wird. Ja, ob überhaupt jemals das eintritt, was sie sich ersehnt. "So seid nun geduldig, liebe Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn". Und geduldig war und ist die Christenheit, die eine weltweite Gemeinschaft geworden ist, bis heute. Wird sie belohnt werden? Und darf sie sich dann zu den Siegern zählen? Wird sie es aller Welt einmal zeigen dürfen: Unser Herr ist gekommen. Und die Christenheit strahlt im Schein ihres Triumpfes. Aber bis dahin muss sie sich in ihren größten Tugenden zeigen: leisem Hoffen und stillem Dulden. Und demütig sein bei allem, was mit Ungeduld schneller zur Sache kommen will. Auf Geschwindigkeit kommt es ja schließlich nicht an im Glauben.
"Seid geduldig und stärkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe."
Doch wievielen Generationen von Christen ist es gesagt worden? Könnte es nicht sein, dass irgendeiner Generation - vielleicht der unsrigen - einmal die Luft ausgehen wird, daran noch zu glauben?
An sich ist auch schon die Geduld von Wert. Sie ist kein notwendiges Übel, das man eben in unserem Leben in Kauf nehmen muss, bis etwas wahr geworden ist. Dass wir so zielgerichtet sind, so ergebnisverliebt, so profitorientiert, das stellt unsere Geduld so auf die Probe. Geduld muss sich lohnen; sonst ist sie vertane Zeit.
Ich meinerseits sehe in der Möglichkeit, Geduld zu haben, mehr Schönes, als es die Rede von der Geduld, die man aufbringen muss, vermuten lässt. Wer Geduld hat, hat Zeit. Nichts eilt wirklich. Niemand nimmt einem etwas weg, in der Zeit, in der man auf das Kommende wartet und für die Zukunft hofft. Soll man denn nicht leben dürfen oder können, ohne dass etwas vollkommen geworden ist oder endgültig geworden ist.
Wie hat es denn die kleinasiatische Gemeinde gemacht, an die der Jakobus schreibt? Sie haben gefeiert. Sie haben gebetet. Sie haben Abendmahl gehalten. Sie haben geholfen. Sie haben sich Trost zuge-sprochen. Sie haben vom Evangelium gehört und erzählt. Sie haben neue Mitchristen gewonnen, die sich taufen ließen. Sie haben die Unmündigen unterrichtet. Sie haben sich geschrieben und schreiben lassen - solche Briefe, wie den, den wir lesen. Und kein Tun war umsonst, denn es war Ausdruck ihres Glaubenslebens.
Darum: Wir brauchen keine Geduld zum St. Nimmerleinstag zu haben. Wo immer der Herr uns erreicht und uns erfasst, da ist Christus wiedergekommen. Wo immer der Herr eingelassen wird in dieser Welt, da ist sein erneutes Erscheinen im Gange. Wo immer die gute Nachricht dieses Heilsbringers aufscheint, da ist Christus unter uns. Der Herr ist nahe, auch in diesem Advent. Wir müssen sicherlich die Geduld aufbringen, dass wir es vernehmen, dass wir es spüren, dass es uns zur Gewissheit wird. Und wo es noch nicht so weit ist, da dürfen wir mit Zuversicht, ja mit Sicherheit annehmen: Der Herr kommt. Mit diesem Glauben heute zu leben, lässt ihn schon allezeit bei uns sein. Das wünsche ich uns in diesem Advent. Und alles übrige kommt hinzu. Nur Geduld! Amen
Bläservorspiel / Chor / Kinderchor: Oberstimmen
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, Str. 1 + 5
Begrüßung
Lied 7, 1-4+7 O Heiland reiß die Himmel auf... (Gemeinde)
Lied 21 Steht auf und erhebt eure Häupter... (2x)
Psalm 63 (Nr. 729)
Lied 21: Steht auf und erhebt eure Häupter... (1x)
Ehre sei dem Vater und dem Sohn (gesprochen)
Lied 21. Steht auf und erhebt eure Häupter... (1x)
Gebet
Chor: Wie soll ich dich empfangen...
Text EG Seite 989
Kinderchor: Wir sagen euch an die lieben Advent...
Schriftlesung Lk 21, 25 – 33
Lied 5, 1 – 3 + 5 + 6 Gottes Sohn ist kommen... (Gemeinde)
Kurz-Ansprache
Lied 56, 1-5 Weil Gott in tiefster Nacht erschienen
Chor: Strophen, Gemeinde: Refrain)
Fürbittegebet
Lied 16: Die Nacht ist vorgedrungen (Str. 1+3 Chor, Str. 2+4+5 Gemeinde)
Vaterunser
Lied 6, 1 – 5 Ihr lieben Christen freut euch nun (Gemeinde)
Ehrung Axel Schlecht
Abkündigungen
Segensstrophe: Lieber Gott, schick uns deine Engel... (Kirchenchor und Kinderchor)
Segen
Orgel/Posaunennachspiel
Predigt/ Kurzansprache am 2. Advent, 9. Dezember 2007 in der Jakobuskirche Kuchen
Liebe Gemeinde,
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren, heißt es in einem Sprichwort. Hoffen und Harren und Warten und Sehnen, bei diesem Tun wird die Zeit lang, das Leben gar schwermütig. Man ist scheinbar zum Nichtstun verdammt und man wird jeden Tag, an dem es Abend geworden ist, auf' s Neue enttäuscht, weil das Erhoffte immer noch nicht eingetreten ist. Und abermals fragt sich der Wartende und die Wartende: Wozu? Geduldig gewesen zu sein in nichthaltbaren Lebenssituationen erscheint vielen Menschen, im Nachhinein oft als Dummheit. "Er wird bestimmt wiederkommen," sagt sich die Verlassene voller Geduld. Und doch ziehen sich die Monate dahin und der Gesuchte bleibt verschollen, bis sie einsehen muss: Auch die größte Geduld nützt hier nichts mehr. Sie kann am eingetretenen Zustand nichts mehr ändern.
"Es muss doch einmal besser werden," sagt sich der Kranke. Die Beharrlichkeit lässt ihn den Schmerz aushalten. Doch nach und nach muss er erkennen, dass er mit der Krankheit leben muss. Wird der Geduldsfaden reißen, der ihm bisher Halt gab?
Doch es gibt sicher auch die belohnte Geduld: Ausdauernde Gespräche und neu geknüpftes Vertrauen, bis ein Streit wirklich geschlichtet worden ist. Nicht nachlassende Anstrengung bis der Abschluss an der Abendrealschule wirklich erreicht worden ist. Den kleinen Wohnraum ausgehalten zu haben, bis man endlich eine größere Wohnung gefunden hat. Gewartet zu haben, bis sich die politischen Verhältnisse ändern, und die trennende Mauer zwischen Ost und West wirklich gefallen ist.
Dann ist man froh, dass man Geduld hatte. Dann ist all das Schwere und all das Leid davor vergessen. Stolz schaut man auf das, was so geworden ist, wie es erwünscht war, dass man es nicht vorher aufgegeben hat, dass man durchgehalten hat.
Nur belohnte Geduld scheint gute Geduld zu sein. Und nur dort, wo das Ziel wirklich erreicht worden ist, zahlt sich letztendlich die Geduld aus. Davor bleibt es doch dabei: Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Der Narr ist aber plötzlich keiner mehr, wenn er recht hatte, dass er gewartet hat.
Der Jakobusbrief in der Bibel schildert die Gemeindesituation, in der noch keineswegs abzusehen war, wie je die Geschichte der kleinen Christenheit weitergehen wird. Ja, ob überhaupt jemals das eintritt, was sie sich ersehnt. "So seid nun geduldig, liebe Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn". Und geduldig war und ist die Christenheit, die eine weltweite Gemeinschaft geworden ist, bis heute. Wird sie belohnt werden? Und darf sie sich dann zu den Siegern zählen? Wird sie es aller Welt einmal zeigen dürfen: Unser Herr ist gekommen. Und die Christenheit strahlt im Schein ihres Triumpfes. Aber bis dahin muss sie sich in ihren größten Tugenden zeigen: leisem Hoffen und stillem Dulden. Und demütig sein bei allem, was mit Ungeduld schneller zur Sache kommen will. Auf Geschwindigkeit kommt es ja schließlich nicht an im Glauben.
"Seid geduldig und stärkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe."
Doch wievielen Generationen von Christen ist es gesagt worden? Könnte es nicht sein, dass irgendeiner Generation - vielleicht der unsrigen - einmal die Luft ausgehen wird, daran noch zu glauben?
An sich ist auch schon die Geduld von Wert. Sie ist kein notwendiges Übel, das man eben in unserem Leben in Kauf nehmen muss, bis etwas wahr geworden ist. Dass wir so zielgerichtet sind, so ergebnisverliebt, so profitorientiert, das stellt unsere Geduld so auf die Probe. Geduld muss sich lohnen; sonst ist sie vertane Zeit.
Ich meinerseits sehe in der Möglichkeit, Geduld zu haben, mehr Schönes, als es die Rede von der Geduld, die man aufbringen muss, vermuten lässt. Wer Geduld hat, hat Zeit. Nichts eilt wirklich. Niemand nimmt einem etwas weg, in der Zeit, in der man auf das Kommende wartet und für die Zukunft hofft. Soll man denn nicht leben dürfen oder können, ohne dass etwas vollkommen geworden ist oder endgültig geworden ist.
Wie hat es denn die kleinasiatische Gemeinde gemacht, an die der Jakobus schreibt? Sie haben gefeiert. Sie haben gebetet. Sie haben Abendmahl gehalten. Sie haben geholfen. Sie haben sich Trost zuge-sprochen. Sie haben vom Evangelium gehört und erzählt. Sie haben neue Mitchristen gewonnen, die sich taufen ließen. Sie haben die Unmündigen unterrichtet. Sie haben sich geschrieben und schreiben lassen - solche Briefe, wie den, den wir lesen. Und kein Tun war umsonst, denn es war Ausdruck ihres Glaubenslebens.
Darum: Wir brauchen keine Geduld zum St. Nimmerleinstag zu haben. Wo immer der Herr uns erreicht und uns erfasst, da ist Christus wiedergekommen. Wo immer der Herr eingelassen wird in dieser Welt, da ist sein erneutes Erscheinen im Gange. Wo immer die gute Nachricht dieses Heilsbringers aufscheint, da ist Christus unter uns. Der Herr ist nahe, auch in diesem Advent. Wir müssen sicherlich die Geduld aufbringen, dass wir es vernehmen, dass wir es spüren, dass es uns zur Gewissheit wird. Und wo es noch nicht so weit ist, da dürfen wir mit Zuversicht, ja mit Sicherheit annehmen: Der Herr kommt. Mit diesem Glauben heute zu leben, lässt ihn schon allezeit bei uns sein. Das wünsche ich uns in diesem Advent. Und alles übrige kommt hinzu. Nur Geduld! Amen


